Austauschprogramm mit Taganrog hinterlässt tiefe kulturelle Eindrücke

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Jugendaustausch Lüdenscheid – Taganrog Juni 2017

Projekt КультУра! – Kultur kreativ!

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Im Laufe der Begegnung in Taganrog wurden ausgewählte Aspekte der russischen Kultur angesprochen, vertiefend thematisiert und praktisch erlebt. Mit dem Kennenlernen der Kultur und Lebensart der Don-Kosaken, der russischen Esskultur mit ihren Spezialitäten,  religiöser orthodoxer Traditionen,

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der urbanen Gestaltung einer Großstadt, der Erholungs- und Freizeitkultur von Kindern und Jugendlichen in Russland wurden verschiedene Facetten von Kultur sichtbar und erfahrbar gemacht. IMG_5527Außerdem konnten die Jugendlichen die Stadt Taganrog mit ihrem reichhaltigen kulturellen Angebot selbstständig kreativ erleben, wobei sowohl der aktive als auch der passive Sprachschatz erweitert wurden: «Турбулентность», «Культура» (Turbulenz, Kultur) wurden zu geflügelten Worten unter den Projektteilnehmern. Die gemeinsame Projektarbeit zwischen Schülern des Bergstadt-Gymnasiums und der Studenten und Berufsschüler des Taganroger Instituts für Verwaltung und Ökonomie konzentrierte sich auf die musikalischen und szenischen Proben und Aufführungen des Minimusicals „Учат в школе“.IMG_5514 Somit konnten die für das Projekt antizipierten Ziele erreicht werden.

Samstag, der 10. Juni

FlughafenAm Abend des 10. Juni wurden wir von unseren Austauschpartnern am Flughafen Rostow-am-Don in Empfang genommen. Nach den ersten herzlichen Begrüßungen und Umarmungen wurden einige Aufnahmen gemacht und unser Projektmotto Культ–Ура! erschütterte drei Mal die Gepäckausgabehalle des Flughafens. IMG_1313Danach folgte etwa eine eineinhalbstündige Busfahrt nach Taganrog, die Gelegenheit bot, mit dem Austauschpartner ins Gespräch zu kommen und um sich gegenseitig kennen zu lernen.

Sonntag, der 11. Juni

Den ersten Projekttag verbrachten wir bei und mit den Don-Kosaken und konnten verschiedene Facetten ihrer Kultur kennen lernen und erleben. IMG_7255Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Kosakenbewegung am Don und ihre historische Bedeutung für die Sicherheit der Grenzgebiete im Süden Russlands, folgte ein kleines Konzert mit typischen Kosakenliedern, wobei eins davon – По Дону гуляет – gemeinsam von den russischen und – nach sorgfältiger Vorbereitung zu Hause – den deutschen Jugendlichen gesungen wurde. Als Nächstes stand Waffenkunde und die Kunst des Säbelkampfes auf dem Programm: zu Beginn erzählten die Kosaken, welche Waffen und Rüstung historisch von Kosaken eingesetzt wurden.

IMG_5074Dann wurden uns einige Kunststücke im Umgang mit dem Säbel gezeigt. Direkt im Anschluss durften wir selbst ausprobieren, wie man mit dem Säbel eine Wasserflasche durchtrennen kann.

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Unser Einblick in die Kultur der Don-Kosaken wurde durch die Vorführung ihrer Reit- und Voltigierkünste vertieft. Zur Stärkung nach einem ereignisreichen Tag bekamen wir den typischen Kosakenbrei mit Fleisch serviert, in welchem mehrere Getreidesorte zusammen gekocht werden.IMG_5089

Montag, der 12. Juni

Den 12. Juni durften die Austauschpartnerinnen und -partner selbstständig gestalten und widmeten diesen Tag der Erkundung der Stadt. Dieses fiel mit einem Feiertag zusammen, dem 12. Juni, dem Tag Russlands. Das hatte für uns den Vorteil, dass wir in der Stadt auf ein großes Rahmenprogramm stießen. IMG_5107Neben Besichtigungen einiger Stadtmuseen genossen die Jugendlichen Spaziergänge die Promenade entlang und wohnten mehreren Konzerten und Aufführungen im Stadtpark bei. Dort konnte beobachtet werden, wie russische Familien den freien Tag mit ihren Kindern genießen.

Dienstag, der 13. Juni

DirektorDer nächste Tag begann mit der Begrüßung durch den Institutsleiter, Herrn Prof. Sergej Avakov, welcher die Geschichte und die Bedeutung der Schulpartnerschaft kurz erläuterte. Im Gegenzug wurden von den Gästen Geschenke an das Institut überreicht – zwei Rosen für den Garten im Innenhof des Instituts. Eine davon trug den Namen „Heidi Klum“. PRobeNach einer einstündigen Probe des Minimusicals Учат в школе, in der zum ersten Mal die Beiträge der beiden Seiten in einer gemeinsamen Aufführung zusammen gefügt wurden, folgte das russische Frühstück in der Cafeteria des Instituts.

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Serviert wurden typisch russische Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen – Pelmeni und Vareniki, gefolgt von leckerem Tee und Aprikosenkuchen. Durch die Mahlzeit begleiteten uns zwei Studentinnen mit den traditionellen Reimen und Sprüche über die angebotenen Speisen.

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Am Nachmittag erwartete uns die Bürgermeisterin der Stadt Taganrog, Frau Dr. Titarenko. Wir sprachen über die langjährige Städtepartnerschaft zwischen Lüdenscheid und Taganrog und über den Beitrag, den seit Jahren unsere Schulen leisten. Ausführlich wurde unser Projektmotto КультУра! – Kultur kreativ! vorgestellt. IMG_5176Symbolisch überreichten wir der Bürgermeisterin ein Plakat für unser Minimusical „Учат в школе als Einladung für unsere Aufführung.

http://bergstadt-gymnasium.de/wp-content/uploads/2017/07/taganrog-treffen-buergermeister-direktor-essen2.pdf

Mittwoch, der 14. Juni

Am Mittwoch, dem 14. Juni, besuchten wir Rostow-am-Don. Wie bereits im Russischunterricht zuvor thematisiert, nahmen wir das für den russischen Nahverkehr typische Verkehrsmittel, die Электричка (Elektritschka). IMG_5357Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt erreichten wir Rostow-am-Don und bereits am Bahnhof schossen wir einige Aufnahmen, die den Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer helfen sollten, sich mit der Stadt in ihrer kulturellen Vielfalt kreativ vertraut zu machen. Danach folgten mehrere Zwischenstops, die die Sehenswürdigkeiten der Stadt mit Leben füllten und neu interpretieren ließen. Rostow 1

Auf dem Weg zur Don-Ufer Promenade besichtigten wir eine orthodoxe Kathedrale. Wir informierten uns über die Besonderheiten der russischen religiösen Kultur und konnten die neuen Glocken bestaunen, die als Ersatz für die alten Glocken im Hof der Kathedrale ausgestellt wurden.Rostow 2

An der Promenade angekommen, konnten wir die dort errichteten Skulpturen in Augenscheine nehmen und diese kreativ in Szene setzen. Anschließend unternahmen wir eine einstündige Bootsfahrt auf dem Don, der in zahlreichen Werken der russischen Literatur immer wieder beschrieben wird. Für uns war das eine wunderbare Gelegenheit, die südrussische Metropole vom Wasser aus zu erkunden. IMG_5302Danach hatten die Projektteilnehmerinnen und –teilnehmer einige Stunden Zeit, die Stadt selbstständig kreativ einzunehmen und zu erforschen, bevor es dann später abends mit dem Nahverkehrszug zurück nach Taganrog ging.Rostow 2

http://bergstadt-gymnasium.de/wp-content/uploads/2017/07/bericht-rostow.pdf

Donnerstag, der 15. Juni

Den folgenden Tag verbrachten wir im nahe gelegenen Erholungscamp für Kinder und Jugendliche «Дружба» (Druzhba). Der Besuch dort sollte den deutschen Jugendlichen die lange Tradition der ehemaligen Pionierlager nahe bringen, welche ein unentbehrlicher Teil der russischen Schul- und Freizeitkultur auch nach dem Zerfall der Sowjetunion darstellt. HalstuchNach einem herzlichen Empfang durch die Leitung und die Kinder und Jugendlichen des Camps wurden wir ins vielseitige Programm eingeweiht, welches sich über den ganzen Tag erstreckte. IMG_5380Die Gastgeber gaben sich viel Mühe, uns das Leben im Erholungslager von ihren schönsten Seiten zu zeigen und errichteten dazu mehrere Stationen. TatooHier konnten die Kinder und Jugendlichen ihre Künste und ihr Geschick unter Beweis stellen: FitnessZöpfe und Make-up, Tattoo und Massage, Kraft- und Geschicklichkeitsübungen dienten dazu, die erstaunliche Kreationen hervorzubringen und die besten Leistungen zu würdigen.IMG_5445 An einer der Stationen wurden die vorher gebauten Vogelhäuschen gemeinsam von den Austauschpartnern in den Farben der russischen und deutschen Flaggen angemalt. Auf den Seitenwangen prangten die Stadtwappen der Partnerstädte. IMG_5490Später werden sie als Symbol der deutsch-russischen Freundschaft im Rahmen des Jahres der Ökologie 2017 im Camp angebracht.

IMG_5448Nach einer einstündigen Generalprobe im Open-Air-Theater während der „Stillen Stunde“ des Camps wurde dann endlich das Minimusical vor dem 600-köpfigen Publikum uraufgeführt. IMG_5517Da unser Minimusical Учат в школе altbekannte und sehr beliebte Kinderlieder aufgreift, stellte sich eine wunderbare Atmosphäre im Publikum ein. Sämtliche Lieder wurden kräftig und genussvoll mitgesungen, genau das war das Ziel des Minimusicals: Flashmob

Bekannte Lieder wurden geschickt szenisch initiiert und es folgte das Echo der begeisterten Zuschauer. Diese Darbietung unsererseits entwickelte ihre eigene Dynamik. IMG_5418Von den Gastgebern fortgesetzt, angeführt von einzelnen Kindergruppen, verschmolzen plötzlich mitreißende Tänze und Zuschauer zu einem gemeinsamen Flashmob unter freiem Himmel.IMG_5422 Die Sportkultur durfte an diesem Tag ebenfalls nicht fehlen, und so fand am späteren Nachmittag ein Volleyballfreundschaftsturnier statt, welches den beiden Seiten viel Freude bereitete.

http://bergstadt-gymnasium.de/wp-content/uploads/2017/07/bericht-erholungslager.pdf

Freitag, der 16. Juni

Am Freitag, dem 16. Juni, versammelten wir uns am Institut, um unseren Abschiedsabend vorzubereiten. Zu Beginn wurde die Evaluation eingeleitet, die es den Projektteilnehmerinnen und –teilnehmern ermöglicht, die gemeinsame Projektwoche kritisch zu reflektieren und Ideen für die Rückbegegnung zu sammeln. IMG_5525Danach arbeiteten die Austauschpartner in zuvor eingeteilten Gruppen an ihren Präsentationen, welche dieses Mal Text-, Photo- und Videomaterial beinhalteten. Ebenfalls wurden in der Aula des Instituts Stellwände und eine Vitrine mit den Projektmaterialien gestaltet.

Ich mag lernenNach einer kurzen Mittagspause trafen wir uns am Nachmittag wieder, um die gemeinsam erarbeiteten Präsentationen vorzustellen. Diese wurden von einer erneuten Aufführung unseres Minimusicals Учат в школе sowie einem tollen Konzert des Studentenclubs des Instituts mit Tanz und Gesang fortgesetzt. Der Abend wurde an der Promenade mit einem spontanen Picknick zum Ausklang gebracht.

Samstag, der 17. Juni

Am Samstag, dem 17. Juni, wurden wir gegen Mittag mit dem Bus am Institut abgeholt und zum Flughafen in Rostow-am-Don von unseren Gastgebern begleitet. Nach dem Einchecken nahmen unsere Schülerinnen und Schüler Abschied von ihren Austauschpartnerinnen und –partnern und verabschiedeten sich mit dem dreimaligen Культ? – Ура!. Damit endete unsere Begegnung in Russland.Druzba

Text: V. Heinen           Lüdenscheid, 10.07.17

Fotos: T. Azirovic, B. Mai

Die Auswertung der Teilnehmerevaluation kann unter den folgenden Downloads abgerufen werden:

Auswertung in Excel-Tabellen

http://bergstadt-gymnasium.de/wp-content/uploads/2017/07/evaluation-taganrog-2017-kultur_kreativ.xlsx

Auswertung und Interpretation der Fragebögen

http://bergstadt-gymnasium.de/wp-content/uploads/2017/07/auswertg_und_interpretn_der_befragg_2017-in-taganrog.doc

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