Individuelles Lerntraining

Das Lerntraining baut auf den eingeübten Methoden des Lernen Lernens aus dem Jahrgang 5 auf, wiederholt diese z.T. und vertieft sie. An manchen Stellen geht es auch darüber hinaus.

In der Klasse 5 kamen die Schülerinnen und Schüler noch klar, sie haben das Lernen lernen zwar mitgemacht, aber für sich nicht als notwendig empfunden. Nun in der Klasse 6 zieht das Tempo an, alte Lernmethoden der Schüler/innen tragen nicht mehr: Zum ersten Mal treten Schwierigkeiten deutlich auf: die Noten der Arbeiten sinken. An dieser Stelle setzt das individuelle Lerntraining an:
Von diesem Projekt sollen versetzungsgefährdete Schüler/innen des 6. Jahrgangs angesprochen werden,

  • die auf Grund ihrer Nervosität schlechtere Leistungen erbringen,
  • die die Planung und Durchführung ihrer Aufgaben nicht koordinieren können, grundsätzlich aber für den Besuch des Gymnasiums geeignet sind.

Die Schüler/innen sollen in die Lage versetzt werden, ihre Lernmotivation selbstständig zu steigern, ihre Angst vor Arbeiten zu bewältigen, ihre Arbeit selbstständig zu planen und durchzuführen. Diese Ziele sollen durch folgende Mittel erreicht werden:

  • Tipps für eine gute Lernstimmung
  • Tipps zur Konzentrationssteigerung
  • Tipps zur Bewältigung von Prüfungsangst
  • Erarbeitung einer guten Zeiteinteilung
  • Erarbeitung einer guten Hausaufgabenplanung
  • Erarbeitung einer guten Klassenarbeitsvorbereitung
  • Einüben verschiedener Lernmethoden
  • Aufstellen eines Lernvertrages

Die Aufteilung der Schüler/innen in Gruppen, die das Lern- und Arbeitsverhalten trainieren wollen, bzw. die an der Bewältigung ihrer Leistungsangst arbeiten wollen, erfolgt an Hand der Ergebnisse zweier standardisierter Fragebögen, die uns von der schulpsychologischen Beratungsstelle dazu empfohlen wurden.
Inhaltlich ist das Training in 4 große Themenblöcke eingeteilt. Jeder Themenkomplex besteht aus mehreren Unterthemen. Die einzelnen Themen werden jedes Jahr mit einer anderen Schwerpunktsetzung kombiniert, weil sie immer möglichst genau auf die Probleme der Teilnehmer zugeschnitten sein sollen.

Themenkomplex: Arbeitsorganisation

A Einteilung eines Arbeitstages
B Zeiteinteilung für die Vorbereitung auf Klassenarbeiten
C Arbeitsplatzgestaltung
D Arbeitshaltung

Themenkomplex: Anti-Angst-Training

A Was ist Angst?
B Wann ist Angst sinnvoll, wann nicht?
C Entspannung
D Prüfungsangst, was tun?

Themenkomplex: konzentriertes Arbeiten

A Lernmotivation
B Konzentration
C Entspannung
D Gedächtnistraining
E Zeiteinteilung

Themenkomplex: Lernmethoden

A Verschiedene Methoden zum Bearbeiten von Texten
B Texte handelnd umsetzen
C Auswendiglernen
D Mündliche Mitarbeit
E Lernposter

  • für die Vorbereitungsphase ca. 15 Zeitstunden
  • für die Arbeitsphase mit den Schüler/innen ca. 13 Doppelschulstunden zusätzlich Zeit für Einzelgespräche mit den Schüler/innen und Klasse bzw. Fachlehrern
  • für die Nachbereitung ca. 6 Zeitstunden
  • Vorbereitungsphase: November – Januar
  • Arbeit mit den Schüler/innen: 2. Januarhälfte – Juni
  • Nachbereitungsphase: Juni/Juli
  • Gespräche mit den Klassen-und Fachlehrer/innen
  • Informationsveranstaltungen
  • Durchführung und Auswertung der Tests
  • Elterngespräche
  • Schüler/innengespräche

z.T. gemeinsam, z.T. in zwei getrennten Gruppen: Lerntrainingsgruppe und Anti-Angst-Trainingsgruppe

  • 1. und 2. Stunde gemeinsam mit allen Schüler/innen beider Gruppen
  • ca. 3. bis 6. Stunde Anti-Angst-Training
  • ca. 7. Stunde beide Gruppen gemeinsam
  • ca. 8. bis 11. Stunde Lerntrainingsgruppe
  • ca. 12. und 13. Stunde beide Gruppen gemeinsam
  • Abschlussgespräch mit den Eltern, evtl. zum 2. Elternsprechtag, sonst Einzelgespräch zu einem Extra-Termin
  • Einzelgespräch mit den Schüler/innen im Juni
  • mit den Lehrern zu den „Blauen Briefen” bzw. zur Zeugniskonferenz (hier dann Vergleich des Leistungsstandes vom Halbjahreszeugnis mit dem Jahreszeugnis)

Die meisten Erfolge brachte die Arbeit mit den Kindern, die vor allem unter Angst litten. Schwieriger war es bei der Gruppe, die auf der einen Seite Prüfungsangst und auf der anderen Seite ein schlechtes Arbeitsverhalten zeigten. Die Mädchen mit der zurückhaltenden mündlichen Beteiligung konnten ihre Mitarbeit im Unterricht etwas verbessern.
Insgesamt scheint es am schwierigsten zu sein, eine Verhaltensänderung der Arbeitshaltung herbeizuführen. Die Aneignung neuer Lernmethoden oder Bewältigungsstrategien bei Stress stießen viel leichter auf Zuspruch mit entsprechend positiver Wirkung bei den Klassenarbeiten und Noten. Insgesamt wurden 87 SchülerInnen von 2001 bis 2006 getestet, die aber nicht alle am Lerntraining teilnahmen. Bis 2006 nahmen 61 SchülerInnen am Kursus teil, von denen etwas mehr als zwei Drittel die Versetzung schaffte.

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